Merkmale einer Glücksspielsucht

08.08.2013
Categories Glücksspiel

Man spricht von Glücksspielsucht, wenn Menschen ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren können. Krankhaftes Glücksspielen liegt vor, wenn wiederholt und dauerhaft gespielt wird, obwohl sich negative finanzielle, soziale oder psychische Konsequenzen abzeichnen oder bereits vorliegen. Kennzeichnend ist ein starkes gedankliches Eingenommensein vom Spielen und eine herabgesetzte Kontrolle über Beginn, Ende und Ausmaß der Spielhandlungen.

Die ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen) spricht von „häufig wiederholtem episodenhaftem Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffenen Person beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt“.

Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen

Das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen (DSM-IV) definiert pathologisches Glücksspiel als andauerndes und wiederkehrendes, fehlangepasstes Spielverhalten, was sich in mindestens fünf der folgenden Merkmale ausdrückt.  Treffen nur drei bis vier Merkmale zu, handelt es sich um problematisches Spielverhalten.

  1. Starke Eingenommenheit von Glücksspielen
  2. Steigerung der Einsätze, um gewünschte Erregung zu erreichen
  3. Wiederholte erfolglose Versuche, das Spiel zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben
  4. Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Spiel einzuschränken oder aufzugeben
  5. Spielen, um Problemen oder negativen Stimmungen zu entkommen
  6. Wiederaufnahme des Glücksspiels nach Geldverlusten
  7. Lügen gegenüber Dritten, um das Ausmaß der Spielproblematik zu vertuschen
  8. Illegale Handlungen zur Finanzierung des Spielens
  9. Gefährdung oder Verlust wichtiger Beziehungen, von Arbeitsplatz und Zukunftschancen
  10. Hoffnung auf Bereitstellung von Geld durch Dritte

Quelle: Saß, H., Wittchen, H.-U., Zaudig, M. & Hoben, I. (2003).  Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen. Göttingen: Hogrefe.